Zen-Praxis und Aufklärung gehören zusammen

Leben ist Alltag. Da findet es statt, und da begegnen uns die kleinen und großen Herausforderungen, die zu bewältigen sind. Manchmal fließt es einfach und wir wissen genau,  was zu tun ist. Manchmal sind wir überfordert mit alldem, was uns gegenüber tritt. Wir sind Kind,  Jugendliche,  Erwachsener.  Wir sind uns des Lebens mehr oder weniger bewusst. Als Kind sind wir oft einfach da. Je älter wir werden, umso mehr können wir verloren gehen, je nachdem welche Erfahrungen wir machen und in welcher Weise wir diese bearbeiten und deuten.  Deutungen von anderen zu übernehmen und an sie zu glauben, macht das Leben häufig einfacher aber auch  unfreier. Taucht Zweifel auf und vertrauen wir unseren eigenen Erfahrungen folgen wir der kritischen Vernunft, die uns Menschen zu eigen ist. Wir lassen uns dann nicht mehr so leicht manipulieren und über den Tisch ziehen. Diese Vernunft zu entwickeln, verdanken wir der Aufklärung. Dies ist ein wechselseitiger Prozess, der nie zu einem Ende führt.  Die Konzepte, die daraus entstehen, helfen, uns die Welt zu verstehen und uns in der Welt zu orientieren. 

Die Aufklärung wäre aber nicht vollständig, wenn wir sie ausschließlich auf die Entwicklung einer kritischen Vernunft reduzieren würden. Es gibt ein weiteres mächtiges Instrument, um die Wirklichkeit schauen und verstehen zu lernen. Dabei geht es nicht um die Vervollkommnung unseres Denkens sondern um dessen Überschreitung. Das ist die Übungspraxis des Zen, die konsequent angewendet uns zu tiefen Einsichten führt, indem wir unser Denken ruhen lassen und darüber hinaus schauen. Unser Atem ist dabei der Anker, auf den wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder neu richten, bis wir schließlich allmählich oder in einem plötzlichen Durchbruch uns in einem unendlichen Raum wieder finden, der alles enthält und nichts ausschließt. Diese offene Weite ist der Raum unseres Lebens, nicht nur des aktuellen in seiner jeweiligen Form, sondern des Lebens überhaupt, von dem wir uns in nichts unterscheiden. Dort angekommen, kann uns nichts mehr passieren. Wir leben dann das Leben, so wie es gerade ist, schöpfen mit an der Ausgestaltung seiner Entfaltung unter Berücksichtigung der vollkommenen Würde jeder einzelnen Lebensform. 

Auf dem Benediktushof bieten wir eine Reihe von Formaten an, diesen Prozess der Erkenntnis und der Entfaltung zu unterstützen. 

Für junge Menschen zwischen 18 und 30, gibt es vom 14. bis zum 17. Juni. eine Einführung in Zen, „Mehr als du denkst-Zen für dich“.

An dem darauf folgenden Wochenende, 19.-21. Juni, gibt es einen Kurs für alle ab 18 Jahren, ein Wochenendsesshin. Ein Sesshin ist eine intensive Übungsform in Stille und Achtsamkeit.

Vom 3. bis 5. Juli gibt es ein Angebot für Kinder und ihre Eltern, Meditation und Stille auf dem Benediktushof kennen zu lernen. 

Vom 22. bis 26. Juli schließlich gibt es ein Sesshin mit Taiko. Dabei wird morgens und  abends intensiv die japanische Trommel geschlagen.

Eine Woche später, vom 30. Juli bis zum 2. August gibt es einen Kurs mit dem Titel „Leben, wenn der Plan nicht aufgeht“. Neben dem Sitzen in der Stille ist unser Thema das Scheitern, das einfach zu unserem Leben dazugehört. Leben bedeutet auch, immer wieder aufzustehen und weiter zu gehen.

Ende August vom 28. bis zum 30. August ist dann wieder ein Eltern-Kind-Kurs. Gefolgt von einem Sesshin für alle ab 18 Jahren bis 3. September.