Türöffnertag 2019

Sesshin mit Abt Minghai Kloster Bailin 28.7.-3.8.19

https://zendo-dresden.de/kurse/07-ea-zentage-chanqi

Zen für Dich

Donnerstag, 10.10.2019, 18 Uhr bis Sonntag , 13.10.2019, 13 Uhr Zen für Dich! (Junge Menschen Alter (ab 18 Jahre)  Info

Sesshin September 2019

Mittwoch, 25.9.2019, 18 Uhr bis Sonntag, 29.9.2019, 13 Uhr Sesshin  Info

Zazenkai

Nächstes Zazenkai im Dörp am 7. September 2019
Anmeldung: doerp@me.com
Nächstes Zazenkai in Nürnberg am 17.11.2019
Anmeldung

Lesung in Starnberg 19.Juli 2019

 

http://buecherjolle.de/veranstaltungen/61-was-gibt-uns-zen

Türöffner-Tag

 

Eine kostenfreie Veranstaltung, gefördert von der West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung
am Mittwoch, 03. Oktober 2018
von 10.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14.00 bis 16.00 Uhr
in Gewölbesaal, Zengarten und Wiesenlabyrinth

Der 3. Oktober 2018 steht im Zeichen der Kinder: „Die Sendung mit der Maus“ (WDR) hat zum 8. bundes-weiten „Türöffner-Tag“ aufgerufen. Auch die Stiftung West-Östliche Weisheit Willigis Jäger macht mit und bietet eine Einführung in Stille und Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche an.

Stell Dir vor, um Dich herum wäre es für eine ganze Weile ganz still. Und Du selber wärst auch ganz still. Wie das wohl wäre?

Komm mit auf eine Entdeckungsreise in die Stille. Zusammen mit dem Zen-Meister Manfred Rosen, einem Experten für Stille erlebst Du, wie gut sich Stille anfühlt, was Du trotzdem hörst und wie man auch ohne Worte und Geräusche kommunizieren kann.

Einmal in der Stille angekommen, kann man immer wieder zu ihr zurück. Und wenn man sie dann verlässt, bleibt sie doch in einem drin.

Um das eigene Potential zu verwirklichen, um selbstständig und mitfühlend zu werden, brauchen Kinder nicht nur Vertrauen zu ihrer Mitwelt, sondern auch Möglichkeiten, sich selbst verstehen und schätzen zu lernen. Diese Möglichkeiten bieten Meditation und die Haltung der Achtsamkeit, so wie wir sie auf dem Benediktushof verstehen und einüben. Authentische Begegnungen, intensiver Austausch, das Erspüren unserer jeweils ganz individuellen körperlichen Präsenz, vor allem aber die Erfahrung der Stille im Innen wie im Außen jenseits von allem Lärm und Aufruhr, stehen im Mittelpunkt.

Der Atem, das eigene Ein- und Ausatmen, leitet uns. Jeden Augenblick das erfahren, was ist und wie es ist und daraus handeln in Freiheit, jenseits aller Konditionierungen. So einfach.

Am Mausöffnertag gibt es zwei Gruppen: von 10.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr.

Wir werden die verschiedenen Räume der Stille auf dem Benediktushof erkunden, ausprobieren, wie sich Stille in Alltagssituationen anfühlt und mit Körper- und Meditationsübungen Stille direkt erfahren. Nach Möglichkeit werden wir im wunderschönen Zengarten des Benediktushofes üben und das Wiesenlabyrinth kennenlernen.

Die begleitenden Erwachsenen haben die Möglichkeit, während des Kurses im vegetarisch-veganen Café-Restaurant TROAND zu verweilen. Hier bieten wir von 11.30 bis 13.15 Uhr und 13.30 bis 15.15 Uhr einFeiertags-Schlemmer-Buffet an.

Leitung:
Manfred Rosen, Sozialarbeiter, Traumatherapeut und Zen-Meister in der Willigis Jäger-Linie „Leere Wolke“. Auf dem Benediktushof schwerpunktmäßig mit Kursen für Kinder und Jugendliche unter dem Titel „Zen für dich, Zen für euch“ vertreten.

Anmeldung erforderlich:
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, bitte melden Sie die Kinder/Jugendlichen mit Angabe des Alters unter der Telefonnummer 09369 – 98380 oder per Mail an kurse@benediktushof-holzkirchen.de an (Kursnr. 18VRO01).

Veranstaltungsort: Gewölbesaal / Zengarten / Wiesenlabyrinth

WAHRE WIRKLICHKEIT

Wahrlich, fehlt gerade irgendetwas? Das Nirvana ist hier, vor unseren Augen. Dieser Ort hier ist das Lotosland, dieser Körper hier der Buddha. Hakuin

Die WAHRE WIRKLICHKEIT ist die Wirklichkeit, die gerade jetzt ist.

Wie jetzt, das kann doch nicht? Du willst doch nicht behaupten, dass diese Welt mit all den Ungeheuerlichkeiten, die tagtäglich geschehen, das ersehnte Paradies ist? Du meinst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich mich mit all meinem Unwohlsein, Leid und Unglück im Grunde bereits im Nirwana, im unendlichen Glück, aufhalte? Das Glück, das ich kenne, verweilt bei mir nur kurz. Kaum habe ich es, ist es auch schon weg und lässt mich leer zurück.

Wenn ich auf einem spirituellem Weg bin, mich in Kontemplation übe oder Zen, bin ich auf einem Weg, der mich hinführen soll zu dieser irgendwie anderen Wirklichkeit. Meine Alltagswirklichkeit zu verlassen, gerade darum habe ich mich auf den Weg gemacht. Das Leben, das ich geführt habe, das Wissen, das ich angesammelt und den Glauben, den ich möglicherweise gepflegt habe, all das möchte ich doch verändern, irgendwie überwinden. Ich habe gehört, da könne man etwas „erweitern“. Jedenfalls war ich mit der aktuellen Situation nicht mehr zufrieden, vielleicht überhaupt noch nie oder mein bisher festgefügtes Weltbild passte plötzlich nicht mehr, wurde erschüttert durch ein Ereignis, das mir den Boden unter den Füßen wegriss. Jetzt muss ich mich neu orientieren, brauche frischen Input für meine weitere Entwicklung. Schmerzhaft habe ich erfahren müssen, das nichts so bleibt, wie es ist, das nicht nur die Welt in stetiger Veränderung begriffen ist sondern auch meine ganz konkrete Welt um mich herum. Nichts bleibt so, wie ich es gerne hätte. Alles, was ich zu erreichen glaubte, zerrinnt mir wie Sand zwischen meinen Fingern. Schlimmer noch, gerade das Schöne, das Angenehme, das Liebgewonnene und Wertvolle ist nicht zu halten und scheint sich zu verflüchtigen während das Unangenehme, Schmerzhafte und Bedrängende bleiben will. Was soll das nur? Womit habe ich das verdient? Bin ich geboren, um dann zu leiden und zu sterben? Gut, es gibt Perioden mit einer gewissen Stabilität, vieles in meinem Alltag lässt sich verändern, ich selbst bin nicht nur gesellschaftlich aktiv sondern übe mich in der Optimierung meiner Persönlichkeit, schließlich kann ich nicht erwarten, dass die anderen sich immer nach mir richten, aber irgendwann kommt dann wieder ein Tiefschlag. Ich will mich nicht geschlagen geben und probiere ständig etwas Neues so. Ich will die Wirklichkeit so verändern, dass sie endlich passt, dass sie endlich so ist, wie ich es brauche. Ich will nicht immer enttäuscht werden.

Ein spiritueller Weg verspricht mir, endlich aufzuwachen, endlich anzukommen und das Leben so zu sehen, wie es ist. Da scheint ein Mehr drin zu stecken, ein Gewinn. Könnte es tatsächlich gelingen, eins zu werden und alle Getrenntheit zu überwinden? Ist es das, was mir fehlt? Es hört sich jedenfalls gut an und könnte endlich den stetigen Misserfolgen ein Ende bereiten. Nie mehr unglücklich sein und aufgehoben in unermesslicher Liebe.

So ist es nicht. Es geht in der Tat um die Erfahrung der WAHREN WIRKLICHKEIT. Und diese Erfahrung ist überwältigend und stellt alles bisherige auf den Kopf. Vielleicht aber auch andersrum, vom Kopf auf die Füße, indem sie all unsere Einbildung, all unser Festhalten und Klammern, all unsere Ängste wegwischt. Und die größte Angst ist ausgerechnet identisch mit demjenigen, den wir für den Mittelpunkt unseres Daseins halten, um den sich alles dreht, mit dem wir alles steuern. Unser Ich. Oh, nicht wieder das arme Ich „bashen“, höre ich die Kommentare der Fortgeschrittenen. Aber darum geht es gar nicht, das Ich ist als Instrument zur Orientierung und Alltagsbewältigung hilfreich, sinnvoll, sogar unabdingbar. Aber eben nur ein Instrument und nicht das Zentrum des Lebens und Erfahrens. Leben und Erfahren geht immer nur im Augenblick. Und im Augenblick gibt es kein Ich, da gibt es nur das unmittelbare gerade Jetzt, kein Ding, kein Begriff, kein Handelnder, keine Person, kein Subjekt, kein Objekt.

Die WAHRE WIRKLICHKEIT ist nicht das biblische Paradies, das ich erreichen könnte, kein Jenseits, das eines wie auch immer gearteten Schrittes oder Sprungs bedarf. Es bedarf auch nicht meines Todes. Ich kann mich anstrengen wie ich will, laufen bis zum Umfallen und werde doch niemals ankommen. Was für eine Enttäuschung! Oder?

Das war jetzt gemein, zugegeben. Also raus damit! Wie kannst du ein Ziel erreichen, an dem du schon bist, wie einen Gipfel besteigen, auf dem du schon stehst?

Das meinst du jetzt nichts ernst? Diese triste und düstere Wirklichkeit ist das gelobte Land?

Es ist paradox und lässt sich nur auf paradoxe Weise erklären. Etwas erreichen, was schon erreicht ist, etwas erfahren, was ich jeden Augenblick erfahre, gerade auch dann, wenn ich es nicht erfahre. Es gibt überhaupt kein Etwas, es gibt Nichts, von dem ich jemals getrennt sein könnte, weil ich von Anfang an immer schon eins bin. Es gibt auch keinen Anfang, es gibt auch kein Ich. Es ist immer schon das So-Sein, es ist immer schon eins, jedenfalls Nicht-Zwei, auch wenn ich mir einbilde, dass ich getrennt bin. In dem Augenblick, in dem ich realisiere, dass auch meine Vorstellung von Trennung eins ist, dass jede meiner Vorstellungen eins ist, hat sie sich aufgelöst.

Um nachzuvollziehen, was ich sage, ist die spirituelle Praxis, unser Za-Zen sinnvoll, vielleicht sogar notwendig. Die WAHRE WIRKLICHKEIT ist aber immer schon da und verlässt mich niemals. Sie ist genau das, was ich jetzt bin. Ich kann niemals aus ihr herausfallen. Wenn ich das erfahre, kann ich endlich aufhören, einer Ersatzbefriedigung nach der anderen hinterherzulaufen. Ich kann aufhören, Seifenblasen zu jagen. Ich kann endlich einfach leben. Das heißt nicht, dass nichts mehr zu tun wäre, im Gegenteil. Die Alltagswirklichkeit, die ich erfahre, ist immer eine konstruierte Wirklichkeit, sie ist immer gestaltet und ich bin für ihre Gestaltung mitverantwortlich. Nichts muss ich erlangen, es gibt nur diese Zeit und diesen Ort jetzt hier. Das ist, was ich grundsätzlich anzunehmen habe. Das ist vollkommen. Aus diesem Einssein heraus schaffe ich meine persönliche und soziale Wirklichkeit, in Mitgefühl.

Was ist die GANZE Wirklichkeit?

Was ist die GANZE Wirklichkeit? Immer und immer wieder die gleiche Frage.

Unsere Koan-Sammlungen sind voller Begegnungen zwischen Schülern und Meistern, wo diese Frage gestellt wird, in unterschiedlichen Gewändern. In alten Zeiten fragten die Zen-Schüler oft „Was ist Buddha?“ und meinten damit das gleiche. Nicht den historischen Buddha, sondern den Wesenskern seiner Erfahrung, nichts anderes also als unseren eigenen Wesenskern und eben die ganze Wirklichkeit. Und die Antworten überraschen alle diejenigen, die einen philosophischen Diskurs erwarten, einen konkreten Entwurf, ein bestimmtes Konzept, dem wir folgen und mit dem wir uns auseinandersetzen können. Die Geschichte der Philosophie kennt viele Interpretationen des Begriffs Wirklichkeit. Auf unserem spirituellen Weg hilft uns vielleicht die Deutung unseres christlichen Mystikers Meister Eckart: Wirklichkeit = Wirken im Jetzt.

Nichtsdestotrotz führt für unser Zen jeder Versuch einer Interpretation in die Irre. Die Erfahrung des Zen liegt eben jenseits von Konstruktion und Konzept. Davon zeugen zum Beispiel die Fälle 18 und 21 aus dem Mumonkan. Im Fall 18 antwortet Meister Tôzan (-990) auf diese Frage mit „Masagin!“ (Drei Pfund Flachs), im Fall 21 sein Dharmaüberträger Ummon (-950) mit „Kanshiketsu!“ (Ein vertrockneter Kotspatel). Letzterer hatte wohl damals in China die Funktion, die heute unser Toilettenpapier übernommen hat. Und Flachs war damals in China wie bei uns der Stoff, aus dem unsere Kleidung und Haustextilien gewebt wurden, Leinen.

Was hat diese Antwort mit der gestellten Frage zu tun? Und was würdest Du, mein Schüler von heute davon halten, wenn ich Deine wohlüberlegte Sinnfrage mit dem Ausruf „Klopapier!“ beantworten würde. Dennoch sind die Antworten der alten Meister kein willkürlicher Unsinn. Also, was heißt das nun, „Masagin!“, „Kanshiketsu!“? Um das zu verstehen, muss ich eins werden mit diesem Koan und alles über Bord werfen, was mir gedanklich dazu einfällt, alle Erklärungen und auch alle Gefühle des Abscheus und des Ekels. Was haben die Hinterlassenschaften unseres Stoffwechsels mit den großen Fragen des Lebens zu tun? Die meisterlichen Antworten sind sicherlich nicht nachlässig dahergesagt sondern offenbaren die überragenden Fähigkeiten der damaligen Lehrer, aus tiefstem Mitgefühl die Augen ihrer Schüler zu öffnen.

Im Zen gibt es kein Darüberreden. So wichtig in unserem zwischenmenschlichen Umgang der Autausch und eine funktionierende Kommunikation ist, haben sie in der Übung nichts zu suchen und sind eher hinderlich. Oder wir müssen sie in einer anderen Dimension jenseits von Worten und Begrifflichkeiten verstehen und praktizieren. Wir können sogar unsere Sprache benutzen, das tun die Koans ja auch, aber die Worte führen dann über ihre eigentliche Bedeutung hinaus in die Wirklichkeit des NICHT-ZWEI, die nichts anderes als unsere konkrete Alltagswirklichkeit ist.

Wie kann sie aber unsere konkrete Alltagswirklichkeit sein, wenn ich davon gar nichts merke? Die Formen sehe ich, viel zu viele davon, aber wie ist es mit der LEERE, mit dem URSPRUNG, mit dem Unbegreiflichem, zu dem mich mich meine Sehnsucht hinzieht? Der Unterschied scheint in einer veränderten Sichtweise zu liegen. Ich sehe einmal meine Wirklichkeit aus der Perspektive eines differenzierenden Denkens und ein andermal aus der Perspektive eines vereinheitlichenden Denkens. Dieser Gedanke führt in die richtige Richtung, ist aber noch ein Gedanke. Er erklärt, hat aber nichts zu tun mit der ERFAHRUNG als solche.

Es ist eben so, die GANZE Wirklichkeit zeigt sich mir immer konkret in jedem Augenblick. Es ist dies, dies, dies. Um sie zu sehen, muss ich die Schranke ohne Tor passieren. Nichts verändert sich dann, doch alles ist verändert und strahlt in einem neuen Licht, besser noch, es strahlt in einem Licht.

Keine Sorge, auch Du stehst in diesem Licht und badest in seinen Strahlen, mehr noch, Du bist derjenige, der strahlt.

"Leere Wolke" Zen Linie Willigis Jäger